Schriftzug KUNSThappen

Wir haben unser erstes digital/analoges Angebot entwickelt: KUNSThappen.

Bedingt durch die vielen Einschränkungen, die ein persönliches Treffen in größerem Rahmen vorerst nicht zulassen, legen wir Ihnen hier Ausstellungen in Galerien verbunden mit einem Kunstwerk im öffentlichen Raum ans Herz. Die beteiligten Galerien sind von uns wie bei einem analogen Besuch angefragt und informiert und freuen sich sehr über einen Besuch.  

2. KUNSThappen

 

Januar 2021: 

 

Sol LeWitt: Black Form – dedicated to the missing Jews (1987-89)

Museumstraße 15, 22765 Hamburg (Rathaus Altona)

 

 

Paul Türpe/Otto Bommer: Stuhlmannbrunnen (1897-1900)

Museumstraße 29, 22765 Hamburg (Platz der Republik)

 

 

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Sol LeWitt: Black Form

Vor dem Kopfende des Altonaer Rathauses – ehemals das Bahnhofsgebäude – steht ein riesiger schwarzer Quader aus Gasbetonsteinen (200 x 550 x 200 cm), der innen hohl ist. Vor der prunkvollen Fassade und dem monumentalen Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I (1898) wirkt er als Störfaktor. Wie ein schwarzer Zensur-Balken liegt er quer von dem Gebäude, in dem lokale Politik gemacht wurde und wird. Das Fehlende, die Leerstelle sichtbar zu machen, ist die Kraft dieser sperrigen Arbeit, die den fehlenden Juden gewidmet ist. Der Umfang der schwarzen Form verkörpert das Ausmaß des „Ausstreichens“, sein Inneres beherbergt die Leere, die dadurch entstanden ist.

Steht man davor, wird der Quader zu einer schwarzen Lücke im Sockelgeschoss des Rathauses, also zur Fehlstelle im Fundament der Demokratie. Eine solche Fehlstelle wurde durch die Deportation von über 2.000 Juden aus Altona in die Gesellschaft und das politische Leben von Altona gerissen.Sie wird in Sol LeWitts schwarzer Form zu einem riesigen Stolperstein, der nicht übersehen und somit nicht vergessen werden kann.

Dass dem Künstler Sol LeWitt das Thema am Herzen lag, spiegelt sich auch darin wieder, dass er sein Honorar für dieses ganz besondere Mahnmal an die Foundation for the History of the German Jews spendete.

Paul Türpe (Entwurf)/Otto Bommer (Kupferschmied): Stuhlmannbrunnen (1897-1900)
Paul Türpe (Entwurf)/Otto Bommer (Kupferschmied): Stuhlmannbrunnen (1897-1900)

Paul Türpe (Entwurf)/Otto Bommer (Kupferschmied): Stuhlmannbrunnen
Auf dem Vorplatz des Altonaer Museums steht der nicht zu übersehende Stuhlmannbrunnen, benannt nach seinem Stifter Günther Ludwig Stuhlmann (gest. 1872). Dem Gründer und Direktor der Altonaer Gas- und Wasseranstalt AG setzt der monumentale Springbrunnen ein Denkmal im Zeichen des Elements Wasser. Darüber hinaus thematisiert der Brunnen, den der Berliner Bildhauer Paul Türpe in den 1890er entwarf, auch das Verhältnis von Hamburg und Altona. In der Mitte kämpfen zwei sich aufbäumende Zentauren um einen großen Fisch. Im Sommer schießt aus dem Maul des begehrten Fischs die größte Wasserfontäne des Brunnens nach oben. Die ringenden Fabelwesen wurden immer wieder als Verkörperung von Altona und Hamburg verstanden, die um die Vorrangstellung in Fischfang und –verarbeitung konkurrierten. Am Rand des flachen Wasserbeckens beobachten weitere mythologische Gestalten den Kampf: der Meeresgott Triton, eine Nereide und Echsen.
Die Geschichte des Stuhlmannbrunnens gleicht dem Ringen der beiden Zentauren. Erst gut 20 Jahre nach dem Tod von Günther Ludwig Stuhlmann wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und 1900 wurde der Brunnen endlich eingeweiht. 1978 versetzte man ihn schließlich in den südlichen Zugang zum neuen, unterirdischen S-Bahnhof, was vielfach auf Kritik stieß. Seit seiner Restaurierung 1998-2000 steht er wieder oberirdisch und wird seither auch Fielmann-Brunnen, nach den Geldgebern der Restaurierung, genannt.

1. KUNSThappen

 

Dezember 2020:  „ARTvent“

 

Galerie Carolyn Heinz & Galerie Dr. Nanna Preußners

Klosterwall 13 (Eingang Barlach Halle k)

 Ausstellungsdauer: 11. Dezember 2020 - 12. Januar 2021

Öffnungszeiten: Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr

 Vom 22. Dezember - 3. Januar nur nach Vereinbarung (Tel. 0176 4819 4709)

 

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Unser Tipp für Sie im Monat Dezember ist die Ausstellung „ARTvent“, die Kunst und Advent zusammenbringt und als Kunst unter freiem Himmel "PlantIsland" von Tita Giese zwischen Kunstverein und Deichtorhallen

 

ARTvent – hinter dem Wortspiel stecken die beiden Hamburger Galeristinnen Carolyn Heinz und Dr. Nanna Preußners, die sich Ausstellungsräume im Galerienhaus zwischen Hauptbahnhof und Deichtorhallen teilen. Meist bespielen sie den Galerieraum im Wechsel. ARTvent ist eine der wenigen gemeinsamen Ausstellungen, bei denen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern beider Galerien zu sehen sind.

In der Ausstellung „ARTvent“ gibt es alles, was das Herz von Liebhaberinnen und Liebhabern abstrakter Kunst höher schlagen lässt. Die farbenfrohen und präzisen Aquarellzeichnungen von Astrid Köppe (* 1974, Köthen) zeigen fantasievolle Formen, die wie unter dem Mikroskop betrachtete, verrückte Lebensformen aussehen. Die Künstlerin Angela Glajcar (*1970, Mainz) spielt mit Papier als Objekt wie keine Zweite. Von weißen, dicken Papierblättern reißt sie Stücke ab oder Löcher hinein. Die so entstandenen Blattstücke hängt sie hintereinander oder klebt sie aufeinander, sodass tiefe Höhlen oder tolle Felslandschaften zu entstehen scheinen.

Beide Galeristinnen sind sehr herzlich und erzählen gerne mehr über die Arbeiten. Über ein ARTvent-Shopping in der Galerie freuen sie sich auch.

 

ARTvent - Galerie Carolyn Heinz
ARTvent - Galerie Carolyn Heinz

 

Im Advent einen Hauch sommerliche Stimmung gibt es direkt um die Ecke der Galerie. Hier steht Kunst unter freiem Himmel, die viele Passantinnen und Passanten toll finden, ohne zu wissen, dass es sich um Kunst handelt. Zwischen Kunstverein und Deichtorhallen wachsen auf den Verkehrsinseln Bambus und Palmen – PflanzenInseln. Tita Giese (* 1942, Nördlingen) hat sie dort 2010 gepflanzt. Die Künstlerin möchte diesen Un-Ort Verkehrsinsel, an dem niemand gerne verweilt, aber durch Ampeln zum Anhalten aufgefordert wird, zu einem schönen Ort machen, an dem man sich wohlfühlt. Aus den Verkehrsinseln hat sie Pflanzeninseln gemacht, sodass man aus dem Großstadt-Dschungel für einen kurzen Moment auf eine Palmeninsel entfliehen kann – auch im Winter.