Schriftzug KUNSThappen

Wir haben unser erstes digital/analoges Angebot entwickelt: KUNSThappen.

Seit Dezember 2020 empfiehlt die Lichtwark-Gesellschaft Hamburg e. V. jeden Monat einen KUNSThappen: eine (Online)Ausstellung und ein Kunstwerk im öffentlichen Raum.

Die Idee zu dieser Serie ist im Zuge der Corona-Pandemie entstanden, um zum individuellen Kunstgenuss anzuregen trotz zahlreicher Einschränkungen zugunsten der Gesundheit zu ermöglichen. Gerade in einer solchen Zeit sind Momente außerhalb des Alltags besonders wertvoll.



4. KUNSThappen

 

März 2021: Spaziergang und Schaufensteausstellung am Südostufer der Außenalster

 

Stern Wywiol Galerie: Matthias Garff. Wild Thing

An der Alster 81, , Hamburg - St. Georg. Bis 15. Mai 2021 geöffnet.

 

Max Bill: Rhythmus im Raum (1947/48), Granit

An der Alster/Kennedy-Brücke, Hamburg - St. Georg

 

 

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Stern Wywiol Galerie:

Matthias Garff. Wild Thing
In der Nachbarschaft zum Hotel Atlantik befindet sich die Stern Wywiol Galerie in einem Eckhaus mit zwei langen Fensterfronten, sodass Passanten alle Ausstellungen auch von außen sehen können.

 

Die aktuelle Einzelausstellung des Künstlers Matthias Garff (*1986) in der Galerie zeigt jede Menge Plastiken von Tieren. Der Titel „Wild Thing“ spielt darauf an, dass hier nur wilde Tiere zu sehen sind, wie Insekten und Vögel. Diese wurden vom Menschen weder gezähmt noch genutzt. Sie in der Natur zu beobachten, bedarf viel Geduld und Ausdauer. Der Schweizer Künstler Matthais Garff stellt eine Verbindung zwischen Menschen und den wilden Tieren her. Er baut sie aus Abfällen der Menschen, wie Feuerwerkskörper, Schuhe, Kaffeekannen, Gürtel oder Kronkorken. Im künstlerischen Upcycling wird aus Müll eine Heuschrecke, ein Kolibri oder Waschbären. Der Künstler wählt die Materialien so aus, dass er auch die Farbigkeit der Tiere nachbilden kann. Gelegentlich steigert er die Nähe zum Vorbild, indem er die fertige Form mit Farben anmalt. Matthias Garff, der in Dresden studiert hat und in Leipzig lebt, steht mit seinen wilden Tieren in der Tradition der gegenständlichen Kunst, die besonders an den Hochschulen in Sachsen gepflegt worden ist.


Die wilden Tiere sind wunderschön anzuschauen und gehen gleichzeitig mit dem Thema Umweltverschmutzung sehr spielerisch um. Statt den Zeigefinger zu heben, zeigt Matthias Garff, welch tolles Potential in unserem Müll steckt. Jedes der wilden Tiere hat seine eigene Entstehungsgeschichte. Davon erzählt der Künstler auch in dem Begleitvideo der Galerie. Beispielsweise ist ein Fuß des Waschbären einst seine Kaffeekanne gewesen.

Stern Wywiol Galerie: Matthias Garff. Wild Thing
Stern Wywiol Galerie: Matthias Garff. Wild Thing

Max Bill: Rhythmus im Raum (1947/48),

Granit

In direkter Nachbarschaft zur Stern Wywiol Galerie, am Südostufer der Außenalster, steht eine filigrane Skulptur aus Granit. Der Schweizer Künstler Max Bill (1908-1994) hat hier aus einem Block drei schwungvolle Ringe herausgearbeitet. 1953 wurde die Granitskulptur in der Hansestadt im Rahmen der Ausstellung „Plastik im Freien“ gezeigt und 15 Jahre später kaufte die Stadt die Arbeit an.


„Rhythmus im Raum“ ist in Anlehnung an das sogenannte Möbiusband entstanden, eine besondere mathematische Fläche. Das Band lässt sich einfach nachbauen: Man nimmt einen Papierstreifen, verdreht ihn in der Längsrichtung und klebt dann die Enden zusammen. Wer nun mit dem Finger auf der Fläche entlang fährt, kommt vom scheinbaren Inneren des verdrehten Rings zur scheinbar äußeren Seite, ohne den Finger abzusetzen. Tatsächlich ist es eine zusammenhängende Fläche, die nur eine Seite und eine Kante hat. Vor 163 Jahren beschrieben der Leipziger Astronom und Mathematiker August Ferdinand Möbius und der Göttinger Physiker und Mathematiker Johann Benedict Listing – ohne voneinander zu wissen – diese besondere mathematische Fläche.


Max Bill hat für seine Skulptur an der Alster die Grundidee des Möbiusbands aufgegriffen, aber es noch etwas komplexer gemacht, indem er hier drei Ringe gewissermaßen aneinander setzte. Auch hier können Passanten mit dem Finger entlang der schmalen Fläche fahren – ohne ihren Finger abzusetzen – und gelangen so zu jedem Punkt der Skulptur. Max Bill war fasziniert von der Idee des Möbiusbands, sodass es zahlreiche Skulpturen von ihm gibt, die mit dieser mathematischen Figur spielen. Sein Interesse für Geometrie entwickelte er insbesondere am Bauhaus in Dessau, wo er die Jahre 1927-29 verbrachte. Die Ideen des Bauhauses versuchte er nach seiner Rückkehr in die Schweiz auch dort zu verwirklichen. Er verfasste Texte, war als Grafiker, Maler, Bildhauer und Architekt tätig. Damit gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten „konkreten Kunst“, die sich nicht am Gegenständlichen orientiert, sondern freie geometrische Formen schafft.

Max Bill: Rhythmus im Raum (1947/48)
Max Bill: Rhythmus im Raum (1947/48)

3. KUNSThappen

 

Februar 2021: Spaziergang am Westufer der Außenalster

 

Thomas Stricker: Meteoritenwerkstatt (2000)

Alstervorland, südlicher Alsterpark, 20148 Hamburg (Rotherbaum)

 

Ursula Querner: Orpheus und Euridike (1958)

Alsterpark, Fährdamm, 20148 Hamburg (Rotherbaum)

 

 

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Thomas Stricker: Meteoritenwerkstatt (2000)

Beton, Blatt-Palladium
Was für ein riesiger Klumpen liegt da auf der Alsterwiese? Er glänzt silbrig, also kann es kein Findling sein. Er sieht aus wie von einer anderen Welt, aber für einen Meteoriten fehlt der Einschlagskrater. Die Außenalster wäre ein angemessener Krater für einen Meteoriten dieser Größe. Vor gut 20 Jahren ist dieser eigentümliche Koloss direkt an der Alster entstanden. Der Künstler Thomas Stricker hatte ein großes, weißes Zelt aufgebaut, das sich wie eine Halbkugel über die Wiese stülpte, gestützt mit einem Gerüst aus Dreiecken. In diesem Zelt stellten der Künstler und seine Mitarbeiter über einen Zeitraum von zwei Monaten den „Meteoriten“ her. Zunächst bauten sie die Negativform mit zwei riesigen Halbkugeln aus Styropor. In die füllten sie Gips, rollten dann die Kugel, sodass sich das Material im Inneren verteilte. Dadurch gelangte an manche Stellen mehr, an andere weniger Gips und trocknete mit einer unregelmäßigen Oberfläche wie eine Höhle. Danach spritzten sie diese Negativform von innen mit flüssigem Beton aus. Dafür kletterte der Künstler in die Kugel und verteilte dort den Beton möglichst gleichmäßig. Die einstige Öffnung der Kugel wurde durch kippen zu ihrer Standfläche. Nachdem die fertige Betonform aus ihrer Hülle befreit worden war, überzogen der Künstler und seine Mitarbeiter die Oberfläche mit einer Schicht aus Palladium, sodass dieser Koloss nun metallisch glänzt.


Das gewölbte Riesenzelt stand allen Hamburgerinnen und Hamburgern offen. Sie durften dem Künstler bei seiner Arbeit über die Schulter schauen, ihn befragen und miterleben, wie dieser Schein-Meteorit entsteht. Je länger dieser Entstehungsprozess her ist, umso weniger Leute können sich daran erinnern. Dabei waren diese Wochen spektakulär, nicht zuletzt wegen des an eine wissenschaftliche Forschungsstation erinnernden Zelts oder der Schutzkleidung zum Ausspritzen, durch die der Künstler wie ein Astronaut aussah.
Hier an der Außenalster wurde also kein Meteorit gefunden, sondern ein künstlicher geboren. Die „Meteoritenwerkstatt“ rückte die Bedeutung von Meteoriten als Zeitkapseln ins Bewusstsein, die Wissen über die Geschichte des Universums in sich tragen und zugleich aus anderen Teilen des Weltalls stammen können. 14 Jahre nach Thomas Strickers Kometenwerkstatt gelang es erstmals einen Kometen im Flug zu untersuchen. Die Raumsonde Rosetta brachte den Lander Philae auf den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, der die Form einer Gummiente hat. 10 Jahre war die Sonde für ihr Mission unterwegs gewesen. Ein Menschenleben dauert im Durchschnitt etwa 78 Jahre, die Menschheit existiert wohl seit ca. 300.000 Jahren und das Universum ist vermutlich fast 14 Milliarden Jahre alt.


Der Schweizer Thomas Stricker (*1962) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er machte erst eine Lehre als Elektronikmechaniker bevor er freie Kunst in Düsseldorf studierte (Meisterschüler bei Klaus Rinke). Verschiedene Arbeitsstipendien führten ihn in die äußere Mongolei, Norwegen, Australien, Mexiko und China. Thomas Stricker erhielt mehrere Auszeichnungen, u. a. den Förderpreis für Bildende Kunst des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft, Bonn 1990 und den Sparda Kunstpreis 2009. Seit gut 20 Jahren interessiert ihn besonders die Kunst im öffentlichen Raum.

 

Hier ist der Entstehungsprozess toll dokumentiert: meteoritenwerkstatt.de.

Thomas Stricker: Meteoritenwerkstatt (2000)
Thomas Stricker: Meteoritenwerkstatt (2000)

Ursula Querner: Orpheus und Euridike (1958)

Bronze

Eurydike und Orpheus gehören zu den bekanntesten Paaren der Antiken Mythologie. Es gibt zahlreiche Gemälde zu ihrem schweren Schicksal. Durch Christoph Willibald Gluck (Orfeo ed Euridice, 1762) ging der Stoff sogar in die Musikgeschichte ein.
Eurydike starb durch einen Schlangenbiss während ihrer Flucht vor Aristaios, u. a. Gott der Imkerei und des Olivenbaums, der sie vergewaltigen wollte. Nach dem Tod seiner Frau Eurydike zog der Sänger und Lyraspieler Orpheus in die Unterwelt, um seine Geliebte zurück zu bekommen. Mit seiner wunderbaren Musik gelang es ihm, den Gott der Unterwelt, Hades, zu bewegen, die schöne Eurydike gehen zu lassen. Doch seine Bedingung, dass Orpheus sich beim Verlassen der Unterwelt nicht nach Eurydike umdrehen durfte, konnte der tapfere Musiker nicht erfüllen und verlor seine Geliebte daher für immer.


Die Bildhauerin Ursula Querner zeigt das Paar scheinbar vereint. Obwohl die beiden Bronzeskulpturen sie dicht beieinander stehen, hat jede ihren eigenen Sockel. Orpheus ist so aufgestellt, dass er leicht in die Richtung von Eurydike gedreht ist. Eurydike steht schräg vor Orpheus – in der Unterwelt musste er vorgehen und sie lief hinter ihm – und sie blickt gerade aus. Er hat hält in der einen Hand die Lyra, die andere hat er poetisch erhoben. Nur wenige Zentimeter fehlen, dass er Eurydike an der Schulter vorsichtig berührt oder die Hand wieder senkt und in die Lyra greift. Eurydike hat ihre Arme leicht erhoben, wie in einer Bewegung. Vielleicht setzt sie gleich zum Tanz an oder hat einen solchen gerade beendet.


Sie stehen so am Wegesrand, dass sie alle Spaziergänger anschauen, die ihren Blick in Richtung Alster wenden. So kann man Kunst und Aussicht gleichzeitig genießen. Der Ort ist auch deswegen so wunderbar geeignet, weil dadurch die Alster an den Fluss Styx erinnert, der die Welt der Lebenden und der Toten voneinander trennt. Die Künstlerin verweist durch die Kleidung auf die Antike: Beide Figuren tragen gewickelte und gebundene Tücher. Zahlreiche Furchen durchziehen den Stoff wie Linien eines komplexen Faltenwurfs. Die Körper von Orpheus und Eurydike sind dabei so dünn, dass sie fast wie Strichmännchen wirken, wie eine dreidimensionale Skizze oder als Schatten ihrer selbst. Denn der Antiken Mythologie nach war das Paar erst nach dem Tod von Orpheus wieder vereint, als Schatten.


Das Paar „Orpheus und Eurydike“ wurde 1963 zur Internationalen Gartenausstellung zunächst in den Wallanlagen aufgestellt und wechselte 1971 den Platz an die Alster. Für große Aufregung sorgte im Oktober 2011 ihr Verschwinden. Metalldiebe hatten Eurydike bis auf die Füße abgesägt und ihrem Orpheus geraubt, der ebenfalls beschädigt wurde. Glücklicherweise besaß die Tochter von Ursula Querner eine zweite Fassung der Eurydike-Figur. Durch Privatspenden konnte ein Neuguss und eine Arretierung finanziert werden, sodass Eurydike und Orpheus seit Sommer 2012 wieder vereint sind.


Ursula Querner (*1921) kam als Kind mit ihrer Familie aus Dresden nach Hamburg. Nach einer Lehre als Holzbildhauerin studierte sie unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg an der damals neuen Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Edwin Scharff. Studienreisen und Stipendien führten sie immer wieder nach Südeuropa und zeitweise lebte sie auch in Italien. 1969 starb die Künstlerin in Hamburg mit nur 48 Jahren.

Ursula Querner: Orpheus und Euridike (1958)
Ursula Querner: Orpheus und Euridike (1958)

2. KUNSThappen

 

Januar 2021: 

 

Sol LeWitt: Black Form – dedicated to the missing Jews (1987-89)

Museumstraße 15, 22765 Hamburg (Rathaus Altona)

 

 

Paul Türpe/Otto Bommer: Stuhlmannbrunnen (1897-1900)

Museumstraße 29, 22765 Hamburg (Platz der Republik)

 

 

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Sol LeWitt: Black Form

Vor dem Kopfende des Altonaer Rathauses – ehemals das Bahnhofsgebäude – steht ein riesiger schwarzer Quader aus Gasbetonsteinen (200 x 550 x 200 cm), der innen hohl ist. Vor der prunkvollen Fassade und dem monumentalen Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I (1898) wirkt er als Störfaktor. Wie ein schwarzer Zensur-Balken liegt er quer von dem Gebäude, in dem lokale Politik gemacht wurde und wird. Das Fehlende, die Leerstelle sichtbar zu machen, ist die Kraft dieser sperrigen Arbeit, die den fehlenden Juden gewidmet ist. Der Umfang der schwarzen Form verkörpert das Ausmaß des „Ausstreichens“, sein Inneres beherbergt die Leere, die dadurch entstanden ist.

Steht man davor, wird der Quader zu einer schwarzen Lücke im Sockelgeschoss des Rathauses, also zur Fehlstelle im Fundament der Demokratie. Eine solche Fehlstelle wurde durch die Deportation von über 2.000 Juden aus Altona in die Gesellschaft und das politische Leben von Altona gerissen.Sie wird in Sol LeWitts schwarzer Form zu einem riesigen Stolperstein, der nicht übersehen und somit nicht vergessen werden kann.

Dass dem Künstler Sol LeWitt das Thema am Herzen lag, spiegelt sich auch darin wieder, dass er sein Honorar für dieses ganz besondere Mahnmal an die Foundation for the History of the German Jews spendete.

Sol LeWitt: Black Form - dedicated to the missing Jews (1987-89)
Sol LeWitt: Black Form - dedicated to the missing Jews (1987-89)

Paul Türpe (Entwurf)/Otto Bommer (Kupferschmied): Stuhlmannbrunnen
Auf dem Vorplatz des Altonaer Museums steht der nicht zu übersehende Stuhlmannbrunnen, benannt nach seinem Stifter Günther Ludwig Stuhlmann (gest. 1872). Dem Gründer und Direktor der Altonaer Gas- und Wasseranstalt AG setzt der monumentale Springbrunnen ein Denkmal im Zeichen des Elements Wasser. Darüber hinaus thematisiert der Brunnen, den der Berliner Bildhauer Paul Türpe in den 1890er entwarf, auch das Verhältnis von Hamburg und Altona. In der Mitte kämpfen zwei sich aufbäumende Zentauren um einen großen Fisch. Im Sommer schießt aus dem Maul des begehrten Fischs die größte Wasserfontäne des Brunnens nach oben. Die ringenden Fabelwesen wurden immer wieder als Verkörperung von Altona und Hamburg verstanden, die um die Vorrangstellung in Fischfang und –verarbeitung konkurrierten. Am Rand des flachen Wasserbeckens beobachten weitere mythologische Gestalten den Kampf: der Meeresgott Triton, eine Nereide und Echsen.
Die Geschichte des Stuhlmannbrunnens gleicht dem Ringen der beiden Zentauren. Erst gut 20 Jahre nach dem Tod von Günther Ludwig Stuhlmann wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und 1900 wurde der Brunnen endlich eingeweiht. 1978 versetzte man ihn schließlich in den südlichen Zugang zum neuen, unterirdischen S-Bahnhof, was vielfach auf Kritik stieß. Seit seiner Restaurierung 1998-2000 steht er wieder oberirdisch und wird seither auch Fielmann-Brunnen, nach den Geldgebern der Restaurierung, genannt.

Paul Türpe (Entwurf)/Otto Bommer (Kupferschmied): Stuhlmannbrunnen (1897-1900)
Paul Türpe (Entwurf)/Otto Bommer (Kupferschmied): Stuhlmannbrunnen (1897-1900)

1. KUNSThappen

 

Dezember 2020:

 

Galerie Carolyn Heinz & Galerie Dr. Nanna Preußners: ARTvent

Klosterwall 13 (Eingang Barlach Halle k)

 

Tita Giese: PflanzenInseln/Plant Ilands (2010)

Verkehrsinseln zwischen Klosterwall 23 (Kunstverein in Hamburg) und Deichtorstraße 1-2 (Deichtorhallen Hamburg)

 

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ARTvent – hinter dem Wortspiel stecken die beiden Hamburger Galeristinnen Carolyn Heinz und Dr. Nanna Preußners, die sich Ausstellungsräume im Galerienhaus zwischen Hauptbahnhof und Deichtorhallen teilen. Meist bespielen sie den Galerieraum im Wechsel. ARTvent ist eine der wenigen gemeinsamen Ausstellungen, bei denen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern beider Galerien zu sehen sind.

In der Ausstellung „ARTvent“ gibt es alles, was das Herz von Liebhaberinnen und Liebhabern abstrakter Kunst höher schlagen lässt. Die farbenfrohen und präzisen Aquarellzeichnungen von Astrid Köppe (* 1974, Köthen) zeigen fantasievolle Formen, die wie unter dem Mikroskop betrachtete, verrückte Lebensformen aussehen. Die Künstlerin Angela Glajcar (*1970, Mainz) spielt mit Papier als Objekt wie keine Zweite. Von weißen, dicken Papierblättern reißt sie Stücke ab oder Löcher hinein. Die so entstandenen Blattstücke hängt sie hintereinander oder klebt sie aufeinander, sodass tiefe Höhlen oder tolle Felslandschaften zu entstehen scheinen.

Beide Galeristinnen sind sehr herzlich und erzählen gerne mehr über die Arbeiten. Über ein ARTvent-Shopping in der Galerie freuen sie sich auch.

 

ARTvent - Galerie Carolyn Heinz
ARTvent - Galerie Carolyn Heinz

 

Tita Giese: PflanzenInseln (2010)

Im Advent einen Hauch sommerliche Stimmung gibt es direkt um die Ecke der Galerie. Hier steht Kunst unter freiem Himmel, die viele Passantinnen und Passanten toll finden, ohne zu wissen, dass es sich um Kunst handelt. Zwischen Kunstverein und Deichtorhallen wachsen auf den Verkehrsinseln Bambus und Palmen – PflanzenInseln. Tita Giese (*1942, Nördlingen) hat sie dort 2010 gepflanzt. Die Künstlerin möchte diesen Un-Ort Verkehrsinsel, an dem niemand gerne verweilt, aber durch Ampeln zum Anhalten aufgefordert wird, zu einem schönen Ort machen, an dem man sich wohlfühlt. Aus den Verkehrsinseln hat sie Pflanzeninseln gemacht, sodass man aus dem Großstadt-Dschungel für einen kurzen Moment auf eine Palmeninsel entfliehen kann – auch im Winter.