Alfred Lichtwark (1852-1914): der Name eines Mannes, der die Kunstgeschichte Hamburgs entscheidend prägte und dessen Credo noch bis in die heutige Zeit nachhallt. 1852 in Reitbrook (Vierlande) geboren, führte ihn sein Weg nach dem Studium der Kunstgeschichte an der Universität Leipzig und einer Tätigkeit als Bibliothekar in Berlin zurück in die Hansestadt.
1886 wurde Alfred Lichtwark erster Direktor der Hamburger Kunsthalle, die unter seiner Leitung zu einem der wichtigsten Ausstellungsorte Deutschlands wurde. Als Museumsmann entdeckte er die mittelalterliche Kunst sowie die Barockmalerei Hamburgs, schuf aber gleichzeitig eine Plattform für zeitgenössische Künstler aus dem In- und Ausland. Zur Förderung der Hamburger Malerei versuchte Lichtwark stets, junge Künstler an die Hansestadt zu binden, damit diese sich verstärkt der Darstellung hamburgischer Motive widmeten. Ihre Bilder sind seit jener Zeit sehr begehrt und in vielfältigem Privatbesitz verstreut.
Für Alfred Lichtwark war die Kunst viel mehr Berufung als Beruf. So machte er sich auch als Berater von privaten Kunstsammlern (z.B. Gustav Schiefler, Henry Simms), als Buchautor und Vorreiter der deutschen Kunstpädagogik einen Namen. Bis zu seinem Tod 1914 prägte und führte er die Hamburger Kunsthalle.
Sein Engagement, sein Einfluss und seine Leidenschaft für die Kunst sind bis heute in Hamburg zu spüren. Wir begegnen in Hamburg dem Namen Lichtwark noch heute in vielfacher Weise: Lichtwark-Preis des Hamburger Senats, Lichtwark-Gesellschaft, Lichtwark-Ausschüsse in Lurup und Bergedorf, Lichtwark-Saal der Carl-Toepfer-Siftung, Lichtwark-Haus, Bergedorf, Lichtwarkstraße.
